Die Besten der Ostschweiz: Edelbrände wurden prämiert

Vor einem Vierteljahrhundert war erstmals eine Prämierung von Ostschweizer Edelbränden durchgeführt worden, am Montagabend.6. Juli 2026, erfolgte die 13. Auflage am Landwirtschaftlichen Zentrum in Flawil. Anfänglich seien oft eher minderwertige Früchte  gebrannt worden, stellte Stefan Freund, Leiter der kantonalen Fachstelle Obstbau fest. Etwa bei den Kirschen seien die Früchte, welche man nicht verkaufen konnte, im Fass gelandet.

Mittlerweile verwende man erstklassige Früchte und die Qualität der Edelbrände habe sich massiv verbessert. Trotzdem hätten die Produzenten mit Absatzproblemen zu kämpfen. Der Alkoholkonsum sei rückläufig. Mit der Ostschweizerischen Edelbrandauszeichnung versuche man, einen Kontrapunkt zu setzen.

Whisky mit Gerste aus dem Toggenburg

36 Edelbrände von bäuerlichen Brennern und Brennauftraggebern aus den Kantonen St. Gallen, Thurgau, Graubünden und Zürich sind von einer Fachjury bewertet worden. Geschulte Prüfer haben die Brände nach einem System mit maximal 20 Punkten benotet. Es standen jeweils fünf Punkte für Sauberkeit, Geruch, Geschmack und Gesamteindruck zur Verfügung. 20 Punkte haben der Kirsch von Franz Zaugg aus Hörhausen und der Whisky von Mathias Zogg vom Grabserberg erreicht. Etwa ein Drittel der eingereichten Brände wurde mit hohen Punktzahlen zwischen 18 und 20 bewertet. 27 der 36 Brände erhielten 16 oder mehr Punkte und damit eine Auszeichnung.

Von der Mosterei-Brennerei Zogg mit Vater Hans und Sohn Mathias wurden ganze elf Brände ausgezeichnet. Das Unternehmen ist 1947 geründet worden und wird heute in dritter Generation geführt. Mathias Zogg betont, dass im Familienbetrieb regionale Produkte verarbeitet würden. Die Gerste für den Whisky stamme aus dem Toggenburg.

Grosses Gewicht auf Nachwuchsförderung

Dass unter den ausgezeichneten Bränden auch Whisky ist, zeigt die im Lauf der Jahre erreichte Vielfalt der Produkte. Klassische Fruchtbrände würden aus Äpfeln, Birnen, Quitten, Zwetschgen, Kirschen und Trauben hergestellt, sagte Stefan Freund. Heute gesellten sich Whisky, Gin, Rum und Vieille-Produkte dazu. Die differenziertere Auswahl spreche einen grösseren Kreis von Konsumenten an und trage zur Kundenbindung bei. Die alle zwei Jahre durchgeführte Prämierung der Edelbrände bezeichnete der Leiter der Fachstelle für Obstbau als Erfolgsgeschichte. Sie trage wesentlich zur Positionierung auf dem Markt bei, was bei der gegenwärtig angespannten Lage wichtiger als je zuvor sei.

«Die Branche macht schwierige Zeiten durch», führte Freund aus. Das Konsumverhalten verändere sich, und auch die Billigkonkurrenz aus der ganzen Welt belaste die Brennereien. «Dazu kommen Diskussionen im Bereich von Steuern und Zöllen», ergänzte er und erwähnte schliesslich auch noch einschränkende  Ernährungsempfehlungen. Dem zu begegnen, verlange grossen Einsatz und besonders gute Fachkenntnisse. Dazu trage auch die Obstbau-Fachstelle mit ihrem Grund- und Weiterbildungsangebot  bei. Wichtig sei es, den Nachwuchs für das Gewerbe zu begeistern und die Freude an guten Produkten zu wecken.

Die ausgezeichnete Produzentin und die Produzenten aus dem Kanton St. Gallen. Bild: Josef Bischof
Die ausgezeichnete Produzentin und die Produzenten aus dem Kanton St. Gallen. Bild: Josef Bischof