Nachhaltigkeit und Alkohol

Die Aargausiche Kantonalbank will bei der  Kreditvergabe «Nachhaltigkeitsaspekte» berücksichtigen. Die Bank nennt dabei Ausschlusskriterien für Firmen und Branchen. So soll, wer Spirituosen produziert oder verkauft, künftig keine Kredite mehr erhalten. Dies, wenn die Firma innerhalb des Spirituosensegmentes mehr als 20 Prozent des Umsatzes macht. Die Produktion und der Handel von Wein und Bier soll jedoch von dieser Regelung ausgeschlossen sein.

 

Von diesem Beschluss könnten zahlreiche Aargauer Brennereien betroffen sein, was unverständlich ist. Seit Jahrhunderten werden im Aargau extensiv genutzte Obstgärten gepflegt und erhalten. Besonders typisch sind die zahlreichen Hochstamm Kirsch- und Zwetschgenbäume. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität, etwa als Nistplätze, und werden aus diesen Gründen gar vom Bund gefördert. Aufgrund der sorgfältigen Kultivierung der Obstkulturen und der Verwertung von Überschüssen (u.a. Verhinderung von Food Waste) in guten Obstjahren ist in der Vergangenheit eine reiche Spirituosenkultur entstanden. Sollten die Banken Ernst machen mit Ihrem Nachhaltigkeitsgedanken, würden sie Brennereien möglichweise in Schwierigkeiten bringen und Existenz hiesiger Obstkulturen ernsthaft infrage stellen.

 

Der Verband DIE SCHWEIZER BRENNER ist in dieser Sache auf die Aargauische Kantonalbank zugegangen. Es laufen Gespräche und wir sind zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden werden kann.